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Save the Date: VBBFL vertreten auf der Messe JAGD UND HUND im Februar 2022 in Dortmund

08.11.2022 11:30

Weitere Informationen finden Sie unter Messen.

Save the Date: VBBFL vertreten auf der Messe JAGEN UND FISCHEN im Januar 2022 in Augsburg

07.11.2021 20:00

Weitere Informationen finden Sie unter Messen

Eine Mammutprüfung!

07.11.2021 20:00

Am Samstag, den 02.10.2021 war für acht Gespanne im Revier Obereisesheim bei Heilbronn der große Tag der Prüfung gekommen.

 

Geprüft wurden die Vereinsprüfung VAP und Verbandsprüfung HZP/AZP.

Das Wetter war spätsommerlich trocken bei 23 Grad, leichter Wind. Das Revier von Revierinhaber und Landesobmann Baden-Württemberg des VBBFL e.V. Kurt Pilchowski hatte alles für die Fächer in Feld und Wald zu bieten. Lediglich für die Wasserarbeit mussten wir in das benachbarte Revier Neuenstadt-Köchertürn fahren.

 

Baldur v. Helmriegel und ich hatten uns viel vorgenommen, um die VAP und die AZP zu absolvieren.

 

Nach einer zweistündigen Anreise sind wir pünktlich am Treffpunkt am Kleintierzüchterheim in Obereisesheim angekommen und wurden freundlich von den anderen Teilnehmern begrüßt. Es war eine lockere und gute Stimmung unter den Richtern und Teilnehmern, sicherlich lag auch etwas Anspannung in der Luft.

Richter/innen waren:

Richterobfrau: Uschi Kilgenstein

Richter: Achim Häussler

Richter: Jochen Hummel

Richteranwärterin: Lorena Gleiss

Richteranwärterin: Martina Freund

 

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Revierinhaber K. Pilchowski und der Richterobfrau U. Kilgenstein folgte eine kurze öffentliche Richterbesprechung. Anschließend ging es dann auch schon gleich ans Wasser, um die Fächer am Wasser abzuprüfen.

Der erste Eindruck des Gewässers war unscheinbar: Ein kleines Gewässer mit einem Schilfgürtel und einer kleinen Insel.

So unscheinbar auch das Gewässer im ersten Moment erschien, es hatte für Führer und Hund seine Tücken. Mit etwas Zuspruch und Geduld gelang es allen Hunden, die Herausforderung des Einstiegs und ihre anfängliche Skepsis zu überwinden, so dass zum Schluss alle Hunde das Wasser angenommen haben.

 

Die AZP/HZP Hunde wurden alle bis zur lebenden Ente geprüft. Leider mussten wir uns bereits am Wasser von einem vielversprechenden Gespann verabschieden.

Die VAP Hunde bestanden alle das Fach und so ging es gleich weiter ins Feld, um Quersuche, Schussfestigkeit, Vorstehen und Schleppenarbeit zu prüfen.

Inzwischen war es bereits 11.30 Uhr und wir legten eine Pause ein, die die Richter nutzten, um die Schweißfährten (Länge 300 m, Standzeit mind. 2 Std.) für die VAP Hunde im nahegelegenen Wald zu legen.

 

Die Anspannung unter den Teilnehmern stieg und die Temperaturen auch, mittlerweile hatten wir sommerliche 23-24 Grad, nahezu wolkenlos.

 

Nach der Pause begannen wir mit Quersuche und Schussfestigkeit, was für keinen der Teilnehmer ein Problem war. Alle arbeiteten unbeeindruckt nach dem Schuss bzw. der Schüsse freudig weiter. Im Anschluss ging es auf einem riesigen Zuckerrübenschlag zum Fach “Vorstehen“.

Der Wind wurde geprüft und los ging’s. Alle Hunde standen sicher vor und konnten zum Teil abgetragen werden. Bei dem einen oder anderen Hund riss dem Fasan der Geduldsfaden und er strich ab. Was für die jungen Hunde eine enorme Verlockung war.

Die Hunde warfen schöne Posen und standen sicher und ausdauernd vor, alle Hunde und deren Führer konnten aufatmen; auch die, die dieses Fach für sich als kritisch angesehen haben.

 

Das Revier bot für die Schleppen ausreichend große, weite Felder mit unterschiedlichem Bewuchs.

 

Begonnen wurde mit den VAP’lern. Es war für sie kein Problem, die Schleppen zu arbeiten. Der Wind passte und los ging‘s. Die erste Runde der HZP/AZP‘ler kamen im Anschluss und alle absolvierten die Schleppen zügig und zuverlässig.

 

Baldur versetzte mir einen Schreckmoment, er ging zügig los und ich war guter Dinge, plötzlich bog er aber falsch ab und arbeitet die Schleppe des Vorgängers aus. Schließlich suchte er weiter nach “seiner“ Schleppe und brachte das Stück Federwild sicher zu mir. Die Anspannung fiel erst von mir ab, als ich von der Richtergruppe im Hintergrund hörte … alles gut...- puh geschafft.

Die Kaninchenschleppe absolvierte er dagegen wie man so schön auf schwäbisch sagt  ...“wie am Schnürle“ gezogen, sicher und souverän. Er drehte noch eine Ehrenrunde mit dem Kaninchen um mich, was zur Erheiterung der Richter führte.

Die Erleichterung über das bisher Erreichte war bei uns allen zu spüren. Der Gedanke ...jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.… schlich sich ein.

 

Nun waren noch zwei Schleppen zu ziehen und dafür musste das Feld gewechselt werden. Die Richter setzten mit den Hundeführern um und wir Geprüfte blieben am bisherigen Standort zurück.

Es vergingen gefühlt Stunden, bis die zwei letzten Prüflinge zurückkamen. Wir machten uns schon Gedanken, was denn wohl geschehen sein mag. Leider hat es einer der Beiden nicht geschafft, was sehr bedauerlich war, da er bis zur letzten Schleppe eine Top-Leistung gezeigt hatte.

 

Es zeigte uns allen, dass man sich nie ganz sicher sein kann und auch eine vermeintlich sicher geglaubte Disziplin zum Verhängnis werden kann.

Mit getrübter Stimmung ging es gegen 17:30 zum letzten Prüfungsfach, der Schweißfährte.

 

Meine Anspannung stieg wieder an, da es jetzt nur noch dieses Fach war, das es zu bestehen galt.

Baldur war als zweiter Hund dran. Ich setzte ihn am Anschuss an und er spannte sich in den Riemen, er ging zielstrebig los, zog Richtung Feld und kam ins Bögeln. Er nahm die Nase hoch, was untypisch für ihn war. Auf Grund der Lichtverhältnisse gegen 17:45 war im Wald kein Schweiß mehr zu erkennen. Ich war irritiert, dass es Richtung Feld gehen soll. Ich entschloss mich, bevor ich einen Abruf riskiere, den Hund am Anschuss nochmals anzusetzen.

Er zog wieder an, doch der lange Tag und die viele Nasenarbeit war ihm anzusehen. Er bog diesmal tiefer in den Wald, ich hatte keine Chance bei diesen Lichtverhältnissen irgendwelche Pirschzeichen zu erkennen, also vertraute ich meinem Hund und folgte ihm quasi blind. Nach ca. weiteren 80 m standen wir plötzlich vor dem Stück, was ihm in diesem Moment egal war, er wollte nur noch ins Auto!!

 

Der gemeinsame Abschluss fand in der Waldschenke Obereisesheim bei lauen Temperaturen statt, während wir Teilnehmer auf unsere Zeugnisse warteten, verkürzten wir uns die Zeit mit einer leckeren Pizza und einem wohlverdienten Radler.  Gegen 20:30 erhielten wir die Urkunden und waren glücklich über den Ausgang des Tages.

 

Für mich und Baldur war es ein erfolgreicher, freudiger und auch anstrengender Tag, aber dennoch bin ich froh, die viele Arbeit und Zeit ins Training investiert zu haben. Es ist immer wieder erstaunlich, was unsere Hunde an solch einem Tag Unterschiedliches leisten. Meist läuft ja ein Trainingstag “Themenbezogen“ ab. An solch einem Tag aber müssen die Hunde alles abrufen, was sie mit und bei uns gelernt haben. Es war echt eine super Leistung von jedem einzelnen Hund, egal ob Epagneul Picard, Epagneul Bleu Picard, Braque Francais, Barbet, Magyar Vizslar oder Irish Red Setter. Sie haben gezeigt, was in ihnen steckt.

 

Unser Motto des Tages war:

Egal wie es läuft, wir nehmen immer noch den gleichen Hund mit nach Hause!!

 

In diesem Sinne:     Waidmannsheil und eine tolle Jagdsaison 2021

 

07.10.2021 Patrizia Fischer

 

Impressionen von der Prüfung
Fotos: Lorena Gleiss